QUEER NB MAGAZIN

MARCEL SPITTEL

SPÄTER ERKANNTE ICH, DASS SIE KEINE ANGST HATTEN

Dirk H. Wilms, Jahrgang 1966, deutscher Fotograf, HIV positiv.

Er verwendet seinen Körper und seine persönliche Geschichte als Motiv für seine Fotografien und greift dabei die Themen Mortalität, Sexualität und ldentität auf. Seine Ängste, Hoffnungen, Unsicherheiten und Erniedrigungen offenbart er in konzeptionell inszenierten Selbstporträts, die oft tragisch und humorvoll sind. Der Mut, durch seine Kunstwerke verwundbar zu sein, verwischt die Grenze zwischen seinem Leben und seiner Kunst. 

 

„Mit meiner HIV Diagnose hat sich im Winter des Jahres 2001 alles geändert“, so Wilms. Seine Entscheidung, aus der Diagnose kein Geheimnis zu machen, bereute er schnell. Freunde wandten sich von ihm ab, Aufträge für neue Fotoarbeiten blieben aus. Wilms entschied sich daraufhin die Öffentlichkeit zu meiden. Doch bald überkam ihn das Gefühl nicht vergessen werden zu wollen: „Ich wollte, dass die Leute nach meinem Tod wissen, dass ich in dieser Welt gewesen bin. Da ich Kunst in jeder Form liebe, beschloss ich, mein Leben, meine Ängste und meinen körperlichen Verfall als Kunstform an sich zu dokumentieren.“

Entstanden ist eine eindrucksvolle Fotoserie, die in zahlreichen Publikationen und Magazinen veröffentlicht wurde und in Sammlungen auf der ganzen Welt zu finden ist. Auf den folgenden Seiten sind einige der Motive zu sehen. 

 

Durch die Fotografie hat Wilms gelernt, mit seiner Infektion umzugehen und sie mit all ihren Facetten zu akzeptieren. Er hat sich bewusst entschieden, sie zum Kern seiner künstlerischen Arbeit zu machen. 

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